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DISKUSSION:

RADFAHREN IN LINZ

Über die aktuelle Beschaffenheit des Linzer Straßen- und Radwegenetzes und nötige Maßnahmen, um Linz für RadfahrerInnen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen attraktiver zu gestalten


diskutierten:

Elfi Koblmüller (EAMDC)
Erich Klinger (Redaktion Wegstrecken)
Jürgen Himmelbauer (Stadtrat für Mobilitätsangelegenheiten)
Manfred Comoli (Radfahrbeauftragter der Stadt Linz)
Christine Althaler (Radfahrerin)


Moderation: Elfi Sonnberger

Podiumsdiskussion am 18. 11. 2003, 19.30 Uhr, Festsaal der AK OÖ, Volksgartenstr. 40, 4020 Linz

Eine Kooperationsveranstaltung des Vereines MIRIAM - Redaktion Wegstrecken und der Arbeiterkammer OÖ

wegstrecken, informationssendung auf radio fro 105,0
 

Zusammenfassung:

Zielsetzung dieser Veranstaltung war es, konkrete Schritte in Richtung Mängelbeseitigung und Attraktivierung des Radfahrens in Linz anzusprechen und dazu auch einen verbindlichen zeitlichen Rahmen zu formulieren.

 
 

 
 

Fotos: Christian Herzenberger

Nach einer Vorstellrunde der DiskutantInnen am Podium kamen aus dem Publikum viele praktische Anregungen bzw. Hinweise auf Ungereimtheiten, Unsinnigkeiten und Missstände im Linzer "Radfahrnetz".

Einige exemplarische Beispiele:

Baustellen:
Häufig werden Baustellen so abgesichert, dass sowohl RadfahrerInnen als auch FussgängerInnen auf der Strecke bleiben, unnötig an ihren Wegen gehindert, zu Umwegen gezwungen werden. Im extremsten Fall kann es vorkommen, dass entlang einer vielbefahrenen Strasse der linke Gehsteig völlig und der rechte mit Ausnahme eines 50 cm breiten Streifens gesperrt sind. Auch derartige "Unachtsamkeiten" prägen den Zugang zur Fortbewegung in einer Stadt.

Fahren gegen die Einbahn:
Ansatzweise in Form von Mehrzweckstreifen umgesetzt - stellte sich dies als grosses Bedürfnis heraus, als Wunsch an Jürgen Himmelbauer herangetragen, antwortete dieser, dass dies tatsächlich einer seiner Schwerpunkte sein werde.

Sicherheit in freigegebenen Einbahnen:
Anschließend an die Beantwortung der Frage, ob die Scharitzerstrasse Tempo 30-Zone sei, ergaben sich folgende zusammengefasste Statements zur Verknüpfung von "30 km-Zonen" und "Fahren gegen die Einbahn": Elfi Koblmüller merkte an, dass sämtliche vom EAMDC zur Öffnung vorgeschlagenen Einbahnen ohnedies Tempo 30-Zonen seien. Ein Problem hinsichtlich der Tempo 30-Zonen sahen sowohl Koblmüller als auch Stadtrat Himmelbauer darin, dass es oftmals zu Geschwindigkeits- überschreitungen durch AutofahrerInnen komme, was von Himmelbauer u.a. darauf zurückgeführt wurde, dass sich die Polizei aus der Verkehrs- überwachung zurückgezogen habe und "wo nicht kontrolliert werde, hält man sich auch nicht daran".
Dabei vertraten Koblmüller und Himmelbauer die Ansicht, eine Öffnung der Einbahnen für RadfahrerInnen würde zwangsläufig zur Temporeduktion seitens der AutofahrerInnen führen, da diese umsichtiger fahren müssten, was sich auch am Beispiel Wels, wo gleichzeitig 30 Einbahnen geöffnet wurden, gezeigt habe.
Somit wäre sowohl die Sicherheit der RadfahrerInnen als auch in verstärktem Ausmaß die Sicherheit der AnwohnerInnen gegeben.

Rechtssituation bei Vorrangsituation:
Auch dort, wo FahrradbenützerInnen in Folge sogenannter Blockmarkierungen - beispielsweise an der Kreuzung Fadingerstra?e/Harrachstraße - auf dem Radweg gegen?ber dem einmündenden Verkehr Vorrang haben, dürfen die RadfahrerInnen diese Übergänge laut Stvo nur mit maximal 10 km/h passieren.

Gefährliche Strassensituationen:
Für den von einem Veranstaltungsteilnehmer als gefährlich bezeichneten Radweg zwischen Puchenau und Stadtgrenze ist nicht die Stadt Linz zuständig, sondern Bund bzw. Land OÖ als politischer Vertreter des Bundes.
Anlässlich von Bauarbeiten wurde im Bereich Wiener Strasse/Brunnenfeldstrasse die abgeschrägte Radwegauffahrt entfernt und nicht wieder instand gesetzt, wodurch Gefahrensituationen ? vor allem mit Kindern ? gegeben sind. Laut Radfahrbeauftragten Comoli ist für derartige Belange in erster Linie die örtliche Bauleitung zuständig, er versprach jedoch, sich für die Wiederher- stellung des ursprünglichen Zustandes zu verwenden.
...

Kritisiert wurde von Elfi Sonnberger die aäußerst mangelhafte Information auf der Homepage des Magistrates Linz im Vergleich zur für RadfahrerInnen sehr informativen Homepage der Stadt Salzburg, die u.a. auch eine Diplomarbeit zur Thematik des Radfahrens in Österreich ? auch unter Einbeziehung von Städtevergleichen enthält.
Lt. Manfred Comoli wird es ab Jänner 2004 einen Radwegeplan der Stadt Linz im Internet zu finden geben.

Kontaktadressen:

Jürgen Himmelbauer, Stadtrat für Mobilitätsangelegenheiten:
Tel: 7070/2030 - e-mail: Juergen.himmelbauer@mag.linz.at

Manfred Comoli, Radfahrbeauftragter der Stadt Linz:
Tel: 7070/3285 - e-mail: manfred.comoli@mag.linz.at

EAMDC: Postadresse: Waltherstrasse 15, 4020 Linz
Tel: 77 64 33 ? 1187 zu Bürozeiten, Mag. Gerhard Prieler, Elfi Koblmüller, e-mail; eamdc@eunet.at, Informationen unter: www.eamdc.at